Studie: Öl, Gas oder Wärmepumpe – Heizkosten bis 2056

Vollkostenvergleich über 30 Jahre: Öl-, Gas-Brennwert, Buderus- und Lambda-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus im Landkreis Göppingen – mit Förderung, CO₂-Preis und Lebensdauer.

Studie · SDS Thermotechnik · Stand Oktober 2026

Öl, Gas oder Wärmepumpe? Was Heizen im Einfamilienhaus bis 2056 kostet

Vollkostenvergleich über 30 Jahre für ein typisches Einfamilienhaus im Landkreis Göppingen: Investition, Förderung, Energie, Wartung, Ersatz, Restwert und Sowieso-Kosten.

Wer heute eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt, entscheidet über die Heizkosten der nächsten Jahrzehnte. Wir haben vier Varianten über 30 Jahre durchgerechnet: einen neuen Öl-Brennwertkessel, einen neuen Gas-Brennwertkessel, eine Buderus Logatherm und eine Lambda EU13L, jeweils mit 13 kW Heizleistung.

Lambda EU13L mit Wärmefahrplan
84.377 €
Gesamtkosten 30 Jahre
Buderus Logatherm
99.310 €
Gesamtkosten 30 Jahre
Öl-Brennwert
177.914 €
Gesamtkosten 30 Jahre
Gas-Brennwert
167.585 €
Gesamtkosten 30 Jahre
Kernergebnis: Die Lambda-Wärmepumpe mit Wärmefahrplan ist über 30 Jahre rund 83.208 € günstiger als eine neue Gasheizung und rund 93.537 € günstiger als eine neue Ölheizung, obwohl sie in der Anschaffung am teuersten ist. Gegenüber der Buderus spart sie rund 14.933 €: Der Mehrpreis von 5.000 € ist nach rund acht Jahren (2035) wieder eingespielt, danach spart die Lambda jedes Jahr weiter.

1. Das Modellhaus

  • Bestehendes Einfamilienhaus, rund 150 m² Wohnfläche, Heizkörper mit moderater Vorlauftemperatur
  • Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser: 20.000 kWh pro Jahr
  • Bisher: Öl- oder Gasheizung älter als 20 Jahre, selbst bewohnt
  • Auf dem Dach eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpenstrom über einen dynamischen Stromtarif
  • Betrachtungszeitraum: 2027 bis 2056 (30 Jahre), alle Werte brutto in Euro

2. Rückblick: Wie sich die Energiepreise entwickelt haben

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie verwundbar fossile Heizungen sind. Heizöl kostete 2020 rund 50 Cent je Liter, im Krisenjahr 2022 rund 132 Cent und im Oktober 2026 nach der Eskalation am Persischen Golf wieder über 170 Cent. Der Gaspreis für Haushalte hat sich von rund 6 Cent je kWh (2016 bis 2020) auf gut 12 Cent verdoppelt. Wärmepumpenstrom ist nach dem Ausreißer 2022 dagegen wieder auf dem Niveau von 2020 angekommen.

Was eine kWh Wärme kostet (Cent, brutto)
0 ct5 ct10 ct15 ct20 ct2020202220242025Okt. 2026Heizöl 2020: 5,6 ct je kWh WärmeHeizöl 2022: 14,7 ct je kWh WärmeHeizöl 2024: 11,3 ct je kWh WärmeHeizöl 2025: 10,2 ct je kWh WärmeHeizöl Okt. 2026: 19,2 ct je kWh WärmeErdgas 2020: 6,6 ct je kWh WärmeErdgas 2022: 9,5 ct je kWh WärmeErdgas 2024: 13,2 ct je kWh WärmeErdgas 2025: 13,3 ct je kWh WärmeErdgas Okt. 2026: 13,6 ct je kWh WärmeWärmepumpe (JAZ 4,5) 2020: 4,6 ct je kWh WärmeWärmepumpe (JAZ 4,5) 2022: 9,9 ct je kWh WärmeWärmepumpe (JAZ 4,5) 2024: 4,5 ct je kWh WärmeWärmepumpe (JAZ 4,5) 2025: 4,6 ct je kWh WärmeWärmepumpe (JAZ 4,5) Okt. 2026: 4,6 ct je kWh WärmeHeizöl 19,2 ctErdgas 13,6 ctWärmepumpe (JAZ 4,5) 4,6 ct
Brennstoffkosten je kWh erzeugter Wärme. Heizöl: Verbraucherpreis ÷ 10 kWh/L ÷ 90 % Nutzungsgrad. Erdgas: Haushaltspreis ÷ 92 % Nutzungsgrad. Wärmepumpe: günstigster Neukundentarif Wärmepumpenstrom ÷ Jahresarbeitszahl 4,5 (ohne Solarstrom). 2026: Heizöl Oktober, Gas Neuverträge August, Strom Juli.
JahrHeizöl ct/LErdgas ct/kWhWP-Strom ct/kWh
2020≈ 506,0920,63
2022≈ 1328,7444,53
2024101,7012,1820,44
202591,6012,2020,55
2026173,08 (Okt.)12,50 (Neuvertrag)20,66

3. Ausblick: Warum fossile Wärme teurer wird

CO₂-Preis

2026 kostet die Tonne CO₂ 55 bis 65 €, für 2027 hat der Bundestag einen Korridor von 55 bis 65 € beschlossen. Ab 2028 bildet sich der Preis frei im EU-Emissionshandel ETS 2. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hält in einem Szenario über 200 €/t bis 2035 für möglich. Wir rechnen in einem mittleren Pfad mit 80 €/t (2028), 150 €/t (2035) und 200 €/t ab 2040. Jede 10 € pro Tonne verteuern Gas um rund 0,24 ct/kWh und Heizöl um rund 3,2 ct/L.

Gasnetzentgelte

Wenn immer mehr Haushalte das Gasnetz verlassen, verteilen sich die Netzkosten auf weniger Kunden. Das IW Köln rechnet für 10.000 kWh bis 2040 mit rund 184 € mehr Netzentgelt pro Jahr. Diesen Anstieg haben wir eingerechnet.

Pflicht zu klimaneutralem Brennstoff

Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 neu eingebaut werden, muss ein steigender Anteil klimaneutraler Brennstoff eingesetzt werden: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Biomethan und Bio-Heizöl sind teurer als fossile Brennstoffe. Wir setzen dafür einen Mehrpreis von 5 ct/kWh bzw. 30 ct/L an.

Für Heizöl setzen wir 2027 einen Startpreis von 141 ct/L an. Das ist die Mitte zwischen dem Vorkrisenniveau (rund 110 ct/L inklusive höherem CO₂-Preis) und dem Krisenpreis vom Oktober 2026 (173 ct/L). Daraus ergeben sich im Modell diese Preise:

2027203520452056
Erdgas (ct/kWh)11,517,222,427,0
Heizöl (ct/L)141187225274
Wärmepumpenstrom (ct/kWh)24,028,134,342,6

4. Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Bei Wärmepumpen begrenzt vor allem der Verdichter die Lebensdauer. Er ist auf eine bestimmte Zahl von Starts und Betriebsstunden ausgelegt. Als Richtwerte gelten rund 100.000 Starts und 70.000 bis 80.000 Betriebsstunden.

KriteriumAuslegungErwartet pro JahrReicht rechnerisch für
Verdichterstarts≈ 100.0001.000–2.00050 bis 100 Jahre
Betriebsstunden70.000–80.000 h≈ 3.000–3.500 h20 bis 27 Jahre

Weniger als 2.000 Starts pro Jahr gelten als gut, über 4.000 als kritisch. Eine modulierende Wärmepumpe wie die Lambda EU13L passt ihre Leistung stufenlos zwischen rund 2 und 12 kW an und läuft deshalb lange und gleichmäßig, statt ständig ein- und auszuschalten. Bei sauberer Auslegung und hydraulischem Abgleich ist daher nicht die Zahl der Starts, sondern die Laufzeit der begrenzende Faktor.

Unsere Annahme: Wir rechnen für beide Wärmepumpen mit einer Lebensdauer des Verdichters bzw. Außengeräts von 23 Jahren. Im Jahr 2050 wird das Außengerät ersetzt; Hydraulik, Speicher und Elektroinstallation bleiben. Für Öl- und Gaskessel setzen wir 20 Jahre an. Am Ende des Betrachtungszeitraums wird der verbleibende Wert der Ersatzgeräte gutgeschrieben (Methode nach VDI 2067).

5. Leistung bei Kälte: Wo die Unterschiede liegen

Eine Luft-Wärmepumpe holt ihre Energie aus der Außenluft. Je kälter es wird, desto weniger Leistung liefert sie und desto mehr Strom braucht sie pro kWh Wärme. Entscheidend ist, wie stark dieser Abfall ausfällt: Reicht die Leistung an kalten Tagen nicht mehr für die Heizlast des Hauses, muss der elektrische Heizstab einspringen. Der wandelt 1 kWh Strom in nur 1 kWh Wärme um, also drei- bis viermal teurer als die Wärmepumpe selbst.

Wir haben die Herstellerdatenblätter beider Geräte verglichen (Prüfwerte nach EN 14511 und Energielabel-Daten nach EU-Verordnung 813/2013, Vorlauftemperatur 55 °C für Heizkörper):

KennwertLambda EU13LBuderus WLW186i-12 AR
Maximale Heizleistung bei −7 °C außen (35 °C Vorlauf)12,9 kW11,6 kW
Bivalenzpunkt laut Energielabel (mittleres Klima): ab hier muss der Heizstab unterstützenkeiner (volle 12 kW bis −10 °C)−7 °C
Leistungszahl bei −7 °C (55 °C Vorlauf)2,741,91
Leistungszahl bei −15 °C (55 °C Vorlauf)2,531,94
Leistungszahl bei +2 °C (55 °C Vorlauf)4,453,60
Jahresleistungszahl SCOP (55 °C Vorlauf)4,573,51
Einsatzgrenze Außentemperatur−22 °C−22 °C
Wie viel Wärme aus 1 kWh Strom wird (Leistungszahl, 55 °C Vorlauf)
+2 °C · Lambda4,45
+2 °C · Buderus3,60
−7 °C · Lambda2,74
−7 °C · Buderus1,91
−15 °C · Lambda2,53
−15 °C · Buderus1,94
Leistungszahl im Teillastbetrieb (COPd) laut Energielabel-Datenblatt, mittleres bzw. kälteres Klima. Höher ist besser.

Was das bedeutet:

  • Mehr Reserve an kalten Tagen: Bei −7 °C liefert die Lambda rund 1,3 kW (11 %) mehr Heizleistung. Laut Energielabel deckt sie die Auslegungsleistung von 12 kW bis −10 °C allein, ohne Heizstab. Bei der Buderus liegt der Bivalenzpunkt bei −7 °C: Darunter reicht die Wärmepumpe allein nicht mehr aus, der Heizstab (9 kW) muss zuschalten. Wird ein Haus knapp ausgelegt, greift er an kalten Tagen entsprechend früher und öfter.
  • Deutlich weniger Strom bei Frost: Bei −7 °C erzeugt die Lambda aus 1 kWh Strom 2,74 kWh Wärme, die Buderus 1,91 kWh. Die Buderus braucht an diesem Tag also rund 43 % mehr Strom für dieselbe Wärme.
  • Mit Heizkörpern und Fußbodenheizung: Der Vorsprung gilt bei beiden Vorlauftemperaturen. Bei 35 °C (Fußbodenheizung) liegt der SCOP der Lambda bei 6,10, der Buderus bei 4,66; bei 55 °C (Heizkörper) bei 4,57 gegenüber 3,51.
In unserer Rechnung: Die Jahresarbeitszahlen von 4,5 (Lambda) und 3,5 (Buderus) beruhen auf den SCOP-Werten aus diesen Datenblättern. Der Heizstab-Anteil an kalten Tagen ist darin bereits enthalten. Bei einer knappen Auslegung oder einem kalten Winter würde der Vorteil der Lambda noch größer ausfallen.

6. Der Lambda Wärmefahrplan

Normale Wärmepumpen reagieren auf die aktuelle Außentemperatur. Der Lambda Wärmefahrplan® plant dagegen voraus: Ein digitaler Zwilling des Hauses berechnet bis zu 36 Stunden im Voraus und in 15-Minuten-Schritten, wann Wärme am günstigsten erzeugt werden kann.

  • Mildere Stunden nutzen: Die Wärmepumpe läuft bevorzugt, wenn es wärmer ist und sie effizienter arbeitet.
  • Günstigen Strom nutzen: Mit einem dynamischen Stromtarif oder einer Photovoltaikanlage verschiebt sie den Betrieb in Zeiten mit niedrigen Preisen bzw. Solarüberschuss.
  • Haus als Speicher: Die Masse des Gebäudes speichert Wärme; zusätzliche Hardware ist nicht nötig.
  • Weniger Abtauen: Betrieb in feucht-kalten Stunden wird reduziert, das senkt den Energiebedarf in vereisungskritischen Phasen um bis zu 36 %.

In einer Simulationsstudie von Lambda (Einfamilienhaus mit EU13L, 16 Varianten) sanken die Stromkosten um bis zu 37 % bzw. bis zu 404 € pro Jahr. Der Anteil des selbst genutzten Solarstroms stieg von rund 16 % auf bis zu 39 %.

So haben wir den Strom gerechnet: Beide Wärmepumpen laufen im Modellhaus mit Photovoltaikanlage und dynamischem Stromtarif. Entscheidend ist, wie viel Solarstrom sie tatsächlich nutzen und zu welchen Zeiten sie Netzstrom beziehen.
  • Lambda mit Wärmefahrplan: 39 % des Strombedarfs aus der eigenen PV-Anlage (Wert aus der Lambda-Studie), der Netzstrom wird gezielt in günstige Stunden des dynamischen Tarifs gelegt (15 % unter dem Durchschnittspreis).
  • Buderus mit herkömmlicher Regelung: 16 % Solarstrom (Ausgangswert der Studie), Netzstrom zum Durchschnittspreis.
  • Solarstrom bewerten wir mit 8 ct/kWh, also der entgangenen Einspeisevergütung. Dieser Wert steigt nicht mit den Strompreisen; der Vorteil der Lambda wächst deshalb Jahr für Jahr.
  • Effizienz: Jahresarbeitszahl 4,5 für die Lambda und 3,5 für die Buderus, abgeleitet aus den gemessenen SCOP-Werten bei 55 °C (4,57 bzw. 3,51).
Ergebnis: Im ersten Jahr kostet der Strom für die Lambda rund 830 €, für die Buderus rund 1.370 €. Gegenüber einer Lambda ohne Wärmefahrplan entspricht das rund 27 % Ersparnis, also weniger als die in der Studie ermittelten bis zu 37 %.

7. Investitionskostenrechnung über 30 Jahre

Lambda (Wärmefahrplan)Öl-BrennwertBuderus LogathermGas-Brennwert
Investition brutto47.000 €13.000 €42.000 €11.000 €
KfW-Zuschuss (46 %)− 12.880 €–− 12.880 €–
Eigenanteil34.120 €13.000 €29.120 €11.000 €
Energiekosten 30 Jahre32.276 €140.767 €54.608 €138.314 €
Wartung, Schornsteinfeger7.902 €14.488 €7.902 €10.098 €
Ersatzinvestition33.115 €19.317 €25.230 €16.345 €
Restwert 2056− 23.036 €− 9.659 €− 17.552 €− 8.173 €
Gesamtkosten 30 Jahre84.377 €177.914 €99.310 €167.585 €
Ø pro Jahr2.813 €5.930 €3.310 €5.586 €
Energiekosten im 1. Jahr832 €3.133 €1.365 €2.650 €
Kumulierte Kosten 2027–2056 (inkl. Investition nach Förderung)
0 T€40 T€80 T€120 T€160 T€200 T€2027203220372042204720522056Öl-BrennwertGas-BrennwertBuderus LogathermLambda (Wärmefahrplan)
Fahren Sie mit der Maus über das Diagramm, um die Werte je Jahr zu sehen. Die Sprünge 2047 (Kessel) und 2050 (Wärmepumpen-Außengerät) zeigen die Ersatzinvestitionen; im letzten Jahr ist der Restwert der Ersatzgeräte abgezogen.
Gesamtkosten nach 30 Jahren
Lambda (Wärmefahrplan)84.377 €
Buderus Logatherm99.310 €
Gas-Brennwert167.585 €
Öl-Brennwert177.914 €
Modellhaus mit Photovoltaik und dynamischem Stromtarif.

So lesen Sie das Ergebnis

  • Amortisation nach 8 bis 10 Jahren: Ab etwa 2034 (gegenüber Öl) bzw. 2036 (gegenüber Gas) hat die Wärmepumpe ihre höhere Anschaffung wieder hereingeholt. Danach spart sie jedes Jahr.
  • Die Anschaffung entscheidet nicht: Eine Wärmepumpe kostet nach Förderung rund zwei- bis dreimal so viel wie ein neuer Kessel. Über 30 Jahre machen die Energiekosten aber den größten Teil aus.
  • Der Mehrpreis der Lambda lohnt sich: Sie ist in der Anschaffung 5.000 € teurer als die Buderus. Durch die höhere Jahresarbeitszahl (4,5 statt 3,5) und den Wärmefahrplan, der den Solarstrom gezielt nutzt, spart sie aber schon im ersten Jahr rund 530 € Strom, später deutlich mehr. Ab 2035 liegt sie vorn, über 30 Jahre insgesamt rund 14.933 €. Allein bei den Energiekosten sind es rund 22.332 €.
  • Das Risiko liegt bei Öl und Gas: CO₂-Preis, Netzentgelte und Beimischpflicht machen fossile Heizungen planbar teurer. Ein weiterer Preisschock wie 2022 ist in unserem Modell nicht enthalten.

8. Sowieso-Kosten: Was die Wärmepumpe wirklich mehr kostet

Wer eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen muss, gibt in jedem Fall Geld für eine neue Heizung aus. Diese Sowieso-Kosten fallen auch für einen neuen Kessel an. Für die Entscheidung zählt deshalb nicht der volle Preis der Wärmepumpe, sondern nur ihr Mehrbetrag gegenüber dem Kessel – und was dieser Mehrbetrag Jahr für Jahr einbringt.

VergleichMehrinvestition nach FörderungErsparnis im 1. JahrErsparnis über 30 JahreVerzinsung der Mehrinvestition
Lambda statt neuer Gasheizung23.120 €1.868 €83.208 €11,8 % pro Jahr
Lambda statt neuer Ölheizung21.120 €2.451 €93.537 €14,7 % pro Jahr
Buderus statt neuer Gasheizung18.120 €1.335 €68.275 €11,9 % pro Jahr
Buderus statt neuer Ölheizung16.120 €1.918 €78.604 €15,6 % pro Jahr
Lambda statt Buderus5.000 €533 €14.933 €11,4 % pro Jahr

Die Verzinsung ist der interne Zinsfuß der Mehrinvestition über 30 Jahre, inklusive Energie, Wartung, Ersatzgeräten und Restwert. Anders gesagt: Jeder Euro, den Sie heute zusätzlich in die Wärmepumpe stecken, verzinst sich mit rund 11 bis 15 % im Jahr – weit mehr als Tagesgeld oder Festgeld.

9. Fazit: Warum nur die Wärmepumpe sinnvoll ist

  • Sie ist mit Abstand am günstigsten: Über 30 Jahre spart die Lambda mit Wärmefahrplan gegenüber einer neuen Gasheizung rund 83.000 € und gegenüber einer neuen Ölheizung rund 94.000 €. Die Mehrkosten gegenüber den Sowieso-Kosten sind nach acht bis zehn Jahren eingespielt.
  • Neue Öl- und Gasheizungen werden zum Kostenrisiko: Ab 2029 müssen sie steigende Anteile teuren klimaneutralen Brennstoffs nutzen, bis zu 60 % ab 2040. Dazu kommen der CO₂-Preis im europäischen Emissionshandel und steigende Gasnetzentgelte. Die Wärmepumpe ist von all dem nicht betroffen.
  • Nur die Wärmepumpe wird gefördert: Für eine neue Öl- oder Gasheizung gibt es keinen Zuschuss. Die Wärmepumpe erhält heute bis zu 80 %, die Förderung sinkt aber ab Februar 2027 schrittweise.
  • Sie heizen mit eigenem Strom: Zusammen mit einer Photovoltaikanlage erzeugen Sie einen Teil Ihrer Heizenergie selbst und machen sich unabhängiger von Preisschocks wie 2022 oder 2026.
Unser Ergebnis: Für das untersuchte Einfamilienhaus gibt es keine Konstellation, in der sich eine neue Öl- oder Gasheizung rechnet. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Wärmepumpe, sondern welche. Hier zahlt sich die höhere Effizienz der Lambda mit dem Wärmefahrplan aus: Sie ist in der Anschaffung etwas teurer, über die Laufzeit aber die günstigste Lösung.

10. Annahmen im Überblick

Investition brutto inkl. EinbauLambda EU13L 47.000 €, Buderus Logatherm WLW186i-12 AR 42.000 €, Gas-Brennwert 11.000 €, Öl-Brennwert 13.000 €
FörderungKfW 458: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus auf max. 28.000 € = 12.880 € (Antrag 2026, ohne Einkommensbonus)
WirkungsgradLambda JAZ 4,5, Buderus JAZ 3,5 (abgeleitet aus SCOP bei 55 °C: 4,57 bzw. 3,51), Gas 92 %, Öl 90 %
Energiepreise 2027Gas 11,5 ct/kWh + 150 € Grundpreis, Heizöl 141 ct/L (Mitte zwischen 110 ct/L und dem Krisenpreis von 173 ct/L), Wärmepumpenstrom 24 ct/kWh + 140 € Grundpreis
Preissteigerung2 % pro Jahr auf Energie, 2,5 % auf Wartung, zusätzlich CO₂-Pfad, Gasnetzentgelte und Beimischpflicht wie oben
Photovoltaik und RegelungHaus mit PV-Anlage und dynamischem Stromtarif (PV-Anlage nicht in den Kosten enthalten). Solarstromanteil: Lambda mit Wärmefahrplan 39 %, Buderus 16 %; Solarstrom mit 8 ct/kWh bewertet; Lambda-Netzstrom 15 % günstiger durch Lastverschiebung
Wartung pro JahrWärmepumpe 180 €, Gas 230 €, Öl 330 € (inkl. Schornsteinfeger)
LebensdauerWärmepumpe 23 Jahre (Ersatz Außengerät 21.000 € bzw. 16.000 €, heutige Preise), Kessel 20 Jahre

Die Rechnung ist ein Modell und keine Garantie. Tatsächliche Kosten hängen von Gebäude, Verbrauch, Tarif und Preisentwicklung ab. Gerne rechnen wir Ihr Haus individuell durch.

Quellen